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Künstlerstatement

Geschichten erzählen ohne Worte

Geschichten erzählen ohne dem Betrachter den konkreten Inhalt vorzuschreiben, nicht mit Worten sondern mit Bildern, mit Farben, Linien und Mustern. Eine eigene Symbolsprache entwickeln, welche durch …

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Künstlerstatement

Zwei Stühle unter einer Decke

Zwei Stühle unter einer Decke. Mehr bedarf es nicht um in kindlicher Wahrnehmung eine ganze eigene Welt zu erschaffen. Einen sicheren Ort an welchem alles erlaubt sein kann und wo vor allem der …

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Essay

Die Kunst, eine Höhle zu bauen

von Dr. des. Anja Schürmann

Wenn Kinder ein Gebäude malen, zeichnen sie fast ausschließlich ein Haus, keine Kirchen oder Shoppingmalls, oft freistehend, mit der eigenen Familie als einzigen Bewohnern. Das Bedürfnis nach der …

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Geschichten erzählen ohne Worte

Geschichten erzählen ohne dem Betrachter den konkreten Inhalt vorzuschreiben, nicht mit Worten sondern mit Bildern, mit Farben, Linien und Mustern. Eine eigene Symbolsprache entwickeln, welche durch Wiederholungen standhafter und realer wird.

Die Darstellungen von Schatten beispielsweise suggerieren eine Realität von abstrakten Formen, die somit scheinbar zu Gegenständen werden und eine Räumlichkeit erzeugen.

Meine Arbeiten erzählen vom Leben. Sie erzählen Geschichten, welche sowohl auf einer ikonographischen als auch auf einer rein formalen Ebene existieren und funktionieren sollen. Der Inhalt ist mit der Wichtigkeit der reinen Komposition von Farben, Flächen und Mustern gleich zu setzen.

Die Arbeiten sollen für die eigenen Inhalte des Betrachters offen bleiben. Und gleichzeitig auf einer formalen, rein optischen Ebene funktionieren mit spielerisch und intuitiv gesetzte Flächen und Gesten, die sich an das darunter liegende System anheften oder es stören und zersetzen.

Natürlich fließen in die Arbeiten meine eigenen Geschichten, Erlebnisse und Erfahrungen mit ein. Persönliche Elemente und Erinnerungen werden eingebunden ohne zu personifizieren. Erinnerungen spielen eine große Rolle, alles was wir wahrnehmen und empfinden basiert auf unseren Erfahrungen und den damit entstandenen Erinnerungen.

Meine Arbeiten beinhalten Überlagerungen welche nicht nur räumlich sondern auch zeitlich zu begreifen sind. Kindheitserinnerungen und Utopie zugleich.

Zwei Stühle unter einer Decke

Zwei Stühle unter einer Decke. Mehr bedarf es nicht um in kindlicher Wahrnehmung eine ganze eigene Welt zu erschaffen. Einen sicheren Ort an welchem alles erlaubt sein kann und wo vor allem der Phantasie keine Grenzen gesetzt werden.

Jedes Kind baut sich Buden, jeder Mensch hat Erinnerungen an diese ursprüngliche Freude und Freiheit.

Seit einigen Jahren fasziniert mich dieses Phänomen. Meine Buden-Bilder sind utopische Visionen und Kindheitserinnerungen zugleich.

Farbflecken und Formen werden zu Gegenständen. Persönliche Elemente werden eingebunden ohne zu personifizieren.

Ich gehe in die Abstraktion um der Phantasie des Betrachters ihre Freiheit zu lassen und diese anzuregen. Jeder soll das sehen dürfen was seine eigene Kreativität ihm zeigt.

Ein Ausflug aus dem Alltag des Erwachsenseins heraus und hinein in die Welt der Erinnerungen und der Freude, Vergangenheit und Zukunft zugleich.

Die Kunst, eine Höhle zu bauen

von Dr. des. Anja Schürmann

Wenn Kinder ein Gebäude malen, zeichnen sie fast ausschließlich ein Haus, keine Kirchen oder Shoppingmalls, oft freistehend, mit der eigenen Familie als einzigen Bewohnern. Das Bedürfnis nach der eigenen Behausung, dem ungeteilten Dach über dem Kopf ist anthropologisch fast ebenso konstant wie nach regelmäßigem Essen.

In klein sind es dann Räume in Räumen, Höhlen unter Esstischen, Deckengebilde in Zimmerecken, ein Papphaus aus Papiermüll, die nicht nur eine kindliche Sehnsucht stillen: Innen und Außen zugleich zu sein, beschützt und unsichtbar alles sehen, alles verfolgen zu können, was draußen vor sich geht.

Anna Weber malt diese ungemischten Reiche als Simulakren des Schutzes. Bei so vielen kombinierbaren Elementen auf der Welt ist es erschreckend, wie selten die richtigen Kombinationen auftreten. Weber stellt sich die Frage, was man kombinieren muss, um so etwas wie ‘Höhle’ zu denken.

Kinder kennen diese Frage und bauen Hütten und Höhlen aus allem, was sie finden und was sich ihrer Ansicht nach als ‘Dach’ oder ‘Wand’, ‘Eingang’ oder ‘Boden’ eignet. Anna Weber baut Höhlen aus Farbe. Und reißt sie mit Farben wieder ein.